Nicht jede Trainingsform verfolgt denselben Zweck. Während manche Angebote auf allgemeine Fitness ausgerichtet sind, orientieren sich andere an bestimmten körperlichen Voraussetzungen oder an einer bereits abgeschlossenen medizinischen Behandlung. Trainingsplanung, Übungsauswahl und Betreuung fallen daher unterschiedlich aus. Beim medizinischen Fitnesstraining werden Belastung und Übungen auf Basis der zuvor erfassten körperlichen Voraussetzungen geplant.
Kurzfassung
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Verschiedene Angebote mit unterschiedlichen Aufgaben
Die Begriffe Physiotherapie, Rehasport und Fitnesstraining werden im Alltag häufig miteinander vermischt. Tatsächlich handelt es sich um unterschiedliche Bereiche.
Physiotherapie umfasst therapeutische Maßnahmen, die von entsprechend qualifizierten Fachkräften durchgeführt werden. Bestandteile können unter anderem aktive Bewegungsübungen, manuelle Techniken oder andere therapeutische Verfahren sein. Art und Umfang richten sich nach dem jeweiligen Befund sowie einer ärztlichen Verordnung.
Rehasport wird überwiegend in Gruppen durchgeführt. Die Übungen orientieren sich an den Vorgaben des Rehasports und sollen die regelmäßige Bewegung innerhalb eines festgelegten Rahmens fördern.
Ein medizinisches Fitnesstraining gehört dagegen zum Bereich des betreuten Trainings. Es ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch eine physiotherapeutische Behandlung. Stattdessen baut das Training auf bereits bekannten körperlichen Voraussetzungen auf und verfolgt das Ziel, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit oder Koordination durch regelmäßige Übungseinheiten weiterzuentwickeln.
Ausgangslage vor dem ersten Training erfassen
Bevor ein Trainingsplan entsteht, werden zunächst verschiedene körperliche Merkmale betrachtet. Dazu gehören unter anderem Beweglichkeit einzelner Gelenke, vorhandene Kraftunterschiede, Gleichgewicht, Bewegungsumfang oder bereits bekannte Einschränkungen bei bestimmten Bewegungen.
Diese Erhebung dient ausschließlich der Trainingsplanung. Sie ersetzt keine medizinische Diagnostik und führt auch nicht zu einer ärztlichen Diagnose. Die Ergebnisse dienen anschließend als Grundlage für die Auswahl geeigneter Übungen und der ersten Belastungsstufen.
Die erste Trainingseinheit beginnt deshalb nicht unmittelbar mit hohen Gewichten oder umfangreichen Übungsprogrammen. Zunächst werden Geräteeinstellungen vorgenommen und Bewegungsabläufe erklärt. Anschließend kann die Belastung schrittweise erhöht werden.
Trainingsplanung orientiert sich an den erfassten Voraussetzungen
Nach der ersten Erfassung werden die einzelnen Übungen zusammengestellt. Dabei entscheidet nicht allein die Muskelkraft über den Trainingsplan. Auch Beweglichkeit, Koordination, Gleichgewicht sowie die Belastbarkeit einzelner Körperregionen fließen in die Auswahl ein. Deshalb unterscheiden sich Trainingspläne auch dann, wenn zwei Personen dasselbe Trainingsziel haben.
Zu Beginn werden Anzahl der Übungen, Wiederholungen, Satzzahl und Trainingsgewicht festgelegt. Gleichzeitig wird bestimmt, in welcher Reihenfolge die Übungen durchgeführt werden. Zwischen den Belastungsphasen sind Erholungspausen vorgesehen, damit sich der Körper auf den nächsten Trainingsabschnitt vorbereiten kann. Alle Bestandteile werden in einer festen Reihenfolge aufeinander abgestimmt.
Unterschiedliche Geräte erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Nicht jedes Trainingsgerät dient demselben Zweck. Kraftgeräte führen Bewegungen über eine vorgegebene Bahn aus. Sitzhöhe, Hebelarme und Widerstände lassen sich einstellen, sodass Bewegungen unter vergleichbaren Bedingungen wiederholt werden können. Dadurch kann das Trainingsgewicht schrittweise verändert werden, ohne gleichzeitig die gesamte Übungsausführung zu verändern.
Freie Gewichte stellen andere Anforderungen. Hier müssen Bewegungen eigenständig kontrolliert werden. Mehrere Muskelgruppen arbeiten gleichzeitig zusammen, während zusätzlich Gleichgewicht und Koordination gefordert werden. Freie Übungen werden deshalb häufig erst ergänzt, nachdem grundlegende Bewegungsabläufe sicher beherrscht werden.
Zum Training gehören außerdem Ausdauergeräte wie Fahrradergometer, Crosstrainer oder Laufband. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Bewegungsablauf und Belastungsform. Welche Geräte eingesetzt werden, richtet sich nach den Inhalten des Trainingsplans und nicht nach einem festen Standardprogramm.
Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination getrennt betrachten
Körperliche Leistungsfähigkeit setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen. Kraft beschreibt die Fähigkeit, Widerstände zu überwinden oder ihnen entgegenzuwirken. Ausdauer bezieht sich auf die Belastbarkeit über einen längeren Zeitraum. Beweglichkeit beschreibt den verfügbaren Bewegungsumfang eines Gelenks, während Koordination das Zusammenspiel von Nervensystem und Muskulatur bei Bewegungsabläufen umfasst.
Diese Fähigkeiten werden nicht mit denselben Übungen trainiert. Ein Fahrradergometer verfolgt andere Trainingsziele als ein Kraftgerät. Gleichgewichtsübungen unterscheiden sich wiederum von Mobilisationsübungen für einzelne Gelenke. Deshalb enthält ein Trainingsplan häufig verschiedene Übungsformen, die einander ergänzen, ohne denselben Inhalt mehrfach abzudecken.
Belastung wird schrittweise verändert
Ein Trainingsplan bleibt nicht unverändert. Nach mehreren Trainingseinheiten wird geprüft, ob Übungen weiterhin technisch sauber ausgeführt werden und ob das bisherige Trainingsgewicht noch zum aktuellen Leistungsstand passt. Je nach Entwicklung können Gewichte erhöht, Wiederholungszahlen verändert oder weitere Übungen ergänzt werden.
Nicht jede Anpassung betrifft das Trainingsgewicht. Auch Satzpausen, Bewegungsumfang oder die Reihenfolge der Übungen beeinflussen die Belastung. Werden mehrere Faktoren gleichzeitig verändert, lässt sich später kaum beurteilen, wodurch eine Veränderung entstanden ist. Änderungen erfolgen meist schrittweise, damit sich ihre Auswirkungen besser beurteilen lassen.
Betreuung endet nicht nach der Geräteeinweisung
Die erste Einweisung vermittelt die grundlegende Bedienung der Geräte und erklärt die einzelnen Übungen. Nach der Geräteeinweisung endet die Betreuung nicht. Kontrolliert werden unter anderem Bewegungsausführung, Körperhaltung und Geräteeinstellungen. Weicht eine Übung deutlich von der vorgesehenen Ausführung ab, kann sie angepasst oder durch eine andere ersetzt werden.
Ebenso werden Veränderungen der körperlichen Voraussetzungen berücksichtigt. Nach längeren Trainingspausen, einer zwischenzeitlichen Behandlung oder veränderten Belastungsmöglichkeiten kann eine Überarbeitung des Trainingsplans erforderlich werden. Der Trainingsplan berücksichtigt anschließend den aktuellen Leistungsstand.
Medizinisches Fitnesstraining unterscheidet sich vom allgemeinen Gerätetraining
Ein herkömmliches Gerätetraining orientiert sich an allgemeinen Trainingszielen wie Muskelaufbau oder Konditionsverbesserung. Die Auswahl der Übungen erfolgt dabei nach persönlichen Schwerpunkten oder vorhandenen Trainingsprogrammen.
Beim medizinischen Fitnesstraining beginnt der Ablauf bereits vor der ersten Übung mit einer Erfassung der körperlichen Voraussetzungen. Darauf baut die Auswahl geeigneter Übungen auf. Auch die Reihenfolge der Trainingseinheiten, der Einsatz einzelner Geräte sowie die Belastungsentwicklung werden geplant und später erneut überprüft. Kennzeichnend sind die vorausgehende Trainingsplanung sowie die kontinuierliche fachliche Begleitung während des Trainings.
Fazit
Physiotherapie, Rehasport und medizinisches Fitnesstraining lassen sich trotz ähnlicher Begriffe klar voneinander abgrenzen. Medizinisches Fitnesstraining ist eine betreute Trainingsform mit geplanter Belastungsentwicklung. Vor Trainingsbeginn werden körperliche Voraussetzungen erfasst. Darauf aufbauend entstehen Übungen und Belastungsstufen, die im Verlauf überprüft und angepasst werden. Geräte, freie Übungen sowie Ausdauertraining übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Trainingsplans.